Zu viel Unterrichtsausfall und zu wenig Lehrer an unseren Schulen auch im Kreis Borken

08.05.2017
Pressemitteilung

An den Schulen in Nordrhein-Westfalen fällt laut den nun veröffentlichten Zahlen der rot-grünen Landesregierung im Schnitt 1,8 Prozent des Unterrichts aus. Der örtliche Landtagsabgeordnete Hendrik Wüst hatte in einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung nach eine genauen Aufschlüsselung für den Kreis Borken gefragt und eine ernüchternde Antwort erhalten: Für den Kreis Borken konnte die Landesregierung keine Zahlen liefern. Legt man zudem die Maßstäbe der CDU an, liegt der Unterrichtsausfall in NRW sogar bei über 15 Prozent!
Kurz vor der NRW-Wahl findet Hendrik Wüst klare Worte und kritisiert die Schulpolitik der rot-grünen Landesregierung scharf: „Nur 84,8 Prozent des Unterrichts an unseren Schulen wird auch erteilt. Dieser Wert ist definitiv zu gering!" Die Landesregierung dagegen geht nur von einem Unterrichtsausfall von 1,8 Prozent aus. Erklärt wird dies in der Antwort auf die Kleine Anfrage. Es heißt: Im Schuljahr 2015/16 haben 90,6 Prozent des zu erteilenden Unterrichts an den Schulen wie geplant stattfinden können. Davon 84,8 Prozent wie im Lehrplan vorgesehen und 5,8 Prozent in besonderer Form, etwa als Ausflug oder Praktikum und 7,6 Prozent des Unterrichts seien vertreten worden.
Hendrik Wüst lässt diese Zählform nicht gelten. „Vertretungen sind kein vollwertiger Unterricht. Wir müssen für jede Schule digital aufzulisten, wie viele Stunden nicht erteilt werden. Die Landesregierung weigert sich bislang, den genauen Unterrichtsausfall überhaupt zu erfassen", sagt er. Tatsächlich beruft sie sich in ihrer Antwort auf Stichprobenuntersuchungen. Eine Abfrage bei den Schulen sei innerhalb des für die Beantwortung der Anfrage zur Verfügung stehenden Zeitraums von vier Wochen nicht leistbar, heißt es.
Wüst weißt zudem auf ein weiteres Problem hin, welches die Kleine Anfrage nun offen lege, die Personalausstattungsquote. „Die Spannweite klafft bei den Schulen in meinem Wahlkreis weit auseinander. Den niedrigsten Wert hat die Ludgerusschule in Bocholt, mit 74,8 %. Das ist viel zu wenig. Denn auch 100 % sind zu wenig, da darin bereits diejenigen Lehrer enthalten sind, die wegen Krankheit länger ausfallen. Es zeigt sich: die Schulverwaltung ist offensichtlich schlecht organisiert", sagt Wüst.
Nicht besetzte Lehrerstellen führten nicht zwangsläufig auch zu Unterrichtsausfall, heißt es in der rot-grünen Antwort. Wüst regt dennoch an, neben einer ausgeglicheneren Form der Zuweisung einen Vertretungspool aus vollwertigen Lehrern anzulegen. Diese sollen Schulen bei Ausfällen zusätzlich unterstützen.