Wölfe im westlichen Münsterland machen einen Wolfmanagementplan unverzichtbar

31.05.2016
Pressemitteilung

Der örtliche Landtagsabgeordnete Hendrik Wüst erklärt zur bestätigten Sichtung einer Wölfin in der Dingdener-Büngerschen Heide

Mit dem Wiederauftauchen der Wölfe in unseren Wäldern stellen sich Tierhalter, Viehzüchter und Menschen in Nordrhein-Westfalen und jetzt auch bei uns im westlichen Münsterland die Frage, wie lange werden Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde noch unbehelligt auf den Wiesen weiden können? Und wie kann verantwortungsvoll mit dieser neuen Situation umgegangen werden?

Fest steht, wenn der Wolf nach etwa 200 Jahren in seine alte Heimat Mitteleuropa und damit auch nach Nordrhein-Westfalen zurückkehrt, bedarf es eines Wolfsmanagementplans, der klar regelt, wie Tiere und Menschen vor dem Wolf geschützt werden, wo der Wolf angesiedelt werden kann und wie Schäden vermieden und vollständig ersetzt werden können, erklärt Hendrik Wüst.

Denn auch wenn aktuell nur vereinzelt Tiere auftauchen, so ist es laut Naturschutzbund Deutschland wahrscheinlich, dass sich der Wolf in Nordrhein-Westfalen wieder kontinuierlich ausbreitet. In der Folge könnte sich die typische flächendeckende Beweidung von Wiesen und Weiden verändern. Mannshohe wolfsdichte Zäune und Gitter sowie aus Weidetieren wieder Stalltiere zu machen können dabei keine Lösung sein, so Wüst. Zur Zeit der letzten Wölfe im Münsterland waren eingezäunte Wiesen unbekannt. Tiere wurden tagsüber nie ohne Bewachung ins Freie gelassen und nachts kamen sie in den Stall. Der hiesige Lebensraum mit weidenden Tieren als gewünschte Form der Tierhaltung und Musterbild einer intakten Kulturlandschaft ist für den Wolf jedoch nicht geeignet. Wölfe leben in Wäldern mit hohem Wildtierbestand die genügend Rückzugsgelegenheiten für die scheuen Tiere bieten. Dies ist in der Dingdener Heide jedoch nicht gegeben.