Nicht die Digitalisierung, sondern Rot-Grün bedroht Jobs in Nordrhein-Westfalen

28.04.2017
Pressemitteilung

Hendrik Wüst zur aktuellen Studie des Institutes für Arbeitsmarkt und Berufsforschung zur Digitalisierung der Wirtschaft:

„Die Digitalisierung unserer Wirtschaft ist ein Wachstumstreiber. Durch die Digitalisierung unserer Wirtschaft ist ein zusätzliches jährliches Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozentpunkten möglich. Diese Zahl geht auf Berechnungen des Branchenverbandes Bitkom und des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation zurück. Wachstum, dass Nordrhein-Westfalen dringend benötigt: Seit 2010 ist die Wirtschaft in unserem Land 28 Prozent langsamer gewachsen als im gesamtdeutschen Schnitt.

Entsprechend schwach ist die Dynamik am nordrhein-westfälischen Arbeitsmarkt: Seit Antritt der Regierung Kraft ist die Zahl der Arbeitslosen in den übrigen Bundesländern fast dreimal so schnell gesunken wie in Nordrhein-Westfalen. Hätte sich der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen nur im Schnitt der übrigen Länder entwickelt, wären heute knapp 100.000 Menschen in NRW weniger arbeitslos. Stattdessen hat Nordrhein-Westfalen die höchste Arbeitslosenquote aller westdeutschen Flächenländer und landet im Bundesländervergleich sogar hinter Thüringen und Sachsen.

Die Digitalisierung wird kommen beziehungsweise ist schon da. Es geht nur noch darum, ob wir dabei sind und Jobs behalten oder ob das Geschäft woanders gemacht wird. Wir müssen die Chancen der Digitalisierung nutzen und die Menschen dabei mitnehmen. Darauf verweist auch eine aktuelle unabhängige Studie der Boston Consulting Group (BCG). BCG fordert darin mehr Engagement des Landes beim Ausbau der digitalen Infrastruktur. Um die Wachstums- und Beschäftigungschancen der Digitalisierung für die Menschen in Nordrhein-Westfalen nutzbar zu machen, benötigen wir ein flächendeckendes Glasfasernetz. Aktuell verfügen jedoch erst sieben Prozent der Haushalte in Nordrhein-Westfalen über einen Glasfaseranschluss. Rot-Grün hat es in den vergangenen sieben Jahren versäumt, den Aufbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes nennenswert voranzubringen. Wir müssen die Ausbaugeschwindigkeit erhöhen, damit Nordrhein-Westfalen nicht auch noch zum Verlierer des digitalen Strukturwandels wird. Dazu wollen wir mindestens 300 Millionen Euro freiwerdende Steinkohlesubventionen für den Netzausbau zur Verfügung stellen. Die Subventionen der Vergangenheit müssen endlich in die Zukunft investiert werden. Außerdem wollen wir nach dem Vorbild Schleswig-Holsteins Bürgerbreitbandfonds schaffen. Dort verfügen bereits mehr als 15 Prozent der Haushalte über einen Glasfaseranschluss. Nordrhein-Westfalen muss bei der Digitalisierung vorwärts kommen.“